World of Circle 06/2010: Österreichisch -ungarische Harmonie

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6. June 2010

Von 14.-17. Mai versuchten sich einige Wiener FahrradbotInnen, darunter auch ich, in der Organisation des Pre-Events zur Europäischen Fahrradboten-Meisterschaft, kurz ECMC. Eine im Großen und Ganzen gelungene Übung, zumindest wenn man den Reaktionen der TeilnehmerInnen glauben darf, die aus der ganzen Welt angereist waren um ein unvergessliches Wochenende zu verbringen. Erfahrung haben wir auf jeden Fall gesammelt und zwar reichlich – jetzt wollen wir mehr, so was wie eine EM oder vielleicht gleich eine WM der FahrradbotInnen nach Wien holen, das wär´s. Mit den Zuständigen für´s Wetter sollten wir allerdings noch das eine oder andere Glaserl trinken gehen bevor wir so was noch mal planen. Die Kollegen aus Budapest haben ihre Hausaufgaben dahingehend offensichtlich bestens erfüllt, denn dort regnete es zwar auch, aber immer nur für rund 15 Minuten und immer nur abends wenn die Bewerbe schon vorbei waren. Von Anfang an war die ECMC 2010 eine für mich unvergessliche Veranstaltung. Schon die Anreise am Samstag war angenehmer als erwartet, denn die am Vortag noch überschwemmte und deshalb gesperrte Autobahn war wieder frei befahrbar. Also fast ohne Plan durch die Stadt und zum Millenaris Velodrom – ein Anblick für Götter. Eine Open Air Fahrradarena wie ich sie noch nie gesehen hatte, bevölkert von hunderten RadbotInnen aus ganz Europa und das bei strahlendem Sonnenschein. Sprintqualifikation in den Steilkurven des Ovals (man glaubt gar nicht wie steil), Bikepolo, Trackstand, ein Mini Fahrradmuseum und vieles mehr – mein Herz hüpfte bei diesem Anblick. Am frühen Abend dann ein kurzer aber heftiger Wolkenbruch vor dem fast alle unter das schützende Dach der Tribüne flüchteten. Plötzlich brandet Jubel auf – na endlich ein Wetterfester Bote – im Adamskostüm eine Runde durch das Stadion – nur er und sein Rad! Ach ja, und zirka 500 begeisternd jubelnde FahrradbotInnen – super! Danach folgte dann ein Alleycat, das wir als Sightseeing Tour missbrauchten, was uns durchaus gelang. Gleichzeitig war das die Übersiedlung auf das eigentliche Renngelände. Passender geht´s ja wohl nicht – das Fabriksgelände von Csepel (die machen Fahrräder) war Ort des Geschehens in den kommenden zwei Tagen.

Sonntag war dann Tag der Wahrheit – die Qualifikationsläufe des Main-Race standen an. Und die Wahrheit ist, ich gehöre noch nicht zum alten Eisen. Als schnellster meines Vorlaufs schaffte ich diesmal noch souveräner als vergangenes Jahr in Berlin den Einzug ins Finale. Einer der 39 schnellsten Europäer und gleichzeitig der einzige Wiener im Finale, ich war richtig stolz auf mich. Außer mir schafften es noch drei Grazer in den Endlauf – ich glaub so viele Österreicher waren noch nie unter den Schnellsten Europas. Im Finale war ich nicht so zufrieden mit mir selbst (am Ende Rang 26), dafür konnte ich mit Sevi aus Graz über einen sensationellen zweiten Platz jubeln. Ein Vize-Europameistertitel, dazu noch ein Doppelsieg im Sprint der Frauen, ein Sieg im Skid-Contest und ein zweiter Platz im Goldsprint der Frauen sind unterm Strich das beste Ergebnis aus österreichischer Sicht das es je gab.

Budapest war fantastisch und ginge es nach mir würden wir schon bald eine internationale Meisterschaft in Wien veranstalten.  -L-





Kategorien: Radsport Magazin
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