TDF Vorschau: Tourfinale auf der Avenue des Champs-Élysées
Cadel Evans by Flickr/will_cyclist

TDF Vorschau: Tourfinale auf der Avenue des Champs-Élysées

24. July 2011

Vor 23 Tagen fand der Grand Départ der Tour de France 2011 in der Vendée statt. Heute ist Paris erreicht. Die 21. und letzte Etappe der Tour startet im Pariser Vorort Créteil, geht über 95 Kilometer und endet auf der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées. Seit 1975 ist dort das Ziel des letzten Abschnittes, welches zumeist mit einem Finale für die Sprinter endet. Der große Favorit auf den Etappensieg ist der Brite Mark Cavendish.

Cadel Evans ist Toursieger 2011 – gewinnt Cavendish zum 3. Mal auf der Champs-Élysées

95 Kilometer fehlen noch auf die Gesamtdistanz von 3430 Kilometern, die während der drei Wochen Tour de France 2011 absolviert wurden. Der Gesamtsieger steht wohl seit dem gestrigen Zeitfahren fest, der Australier Cadel Evans gewinnt die Tour 2011. Als erster Australier siegt er beim prestigeträchtigsten Etappenrennen der Welt. Die 21. und letzte Etappe wird schon seit Jahren als Ehrenetappe gefahren. Auf das Gelbe Trikot gibt es keine Attacken mehr, ein ungeschriebenes Gesetz. Der Abstand auf Andy Schleck (LUX) ist mit 94 Sekunden ausreichend.

Cadel Evans wird die Etappe genießen können. Zum ersten Mal trägt er in diesem Jahr das Gelbe Trikot und das auf der wichtigsten Etappe. Der zweimalige Österreichradrundfahrtsieger und Weltmeister von 2009 kann nun den Sieg bei der 98. Tour de France zu seiner Erfolgsliste hinzufügen. Mehrmals bereits stand Evans auf dem Podium in Paris, aber die oberste Stufe blieb ihm bis jetzt vorenthalten. Oft nahmen ihm Stürze in der ersten Woche die Chance auf einen Gesamtsieg. Dieses Jahr aber nicht. Mit Markus Burghart (GER) und George Hincapie (USA) hatte er gerade auf den Flachetappen zwei wichtige Unterstützer in seinem Team, die ihm immer zur Seite standen. Für Hincapie, der mit seiner 16. Teilnahme den Rekord von Joop Zoetemelk mit den häufigsten Teilnahmen egalisiert, ist es bereits das neunte Mal, das sein Kapitän die Tour gewinnt. Siebenmal fuhr er mit Toursieger Lance Armstrong in Paris ein, 2007 an der Seite von Alberto Contador und nun gewinnt sein aktueller Chef Cadel Evans.

Der Kampf um den Etappensieg wird nur über Mark Cavendish (GBR) führen. Der Brite kann morgen das Grüne Trikot des besten Sprinters verteidigen und mit einem eventuellen Etappenerfolg zum dritten Male auf der Champs-Élysées siegen. Dies hat noch niemand vorher erreicht. Sein Gegner im Kampf um Grün wird der Spanier Jose-Joaquin Rojas sein. Um den Etappensieg werden wohl alle restlichen Sprinter nochmals ihre Kräfte mobilisieren.

Le Tour 2011 compact – eine Kurzfassung

Eine wirklich aufregende Tour 2011 geht nun zu Ende. Bereits mit einem Paukenschlag begann die diesjährige Ausgabe, als Philippe Gilbert (BEL) die erste Etappe gewann. Alles rechnete mit einem Sprintfinale, aber der Belgier attackierte und gewann mit wenigen Sekunden vor Evans und Thor Hushovd (NOR). Im Mannschaftszeitfahren eroberte der Norweger das Gelbe Trikot dank der Leistung seiner Garmin-Cervelo Equipe. Das US-amerikanische Team gewinnt auch die Mannschaftswertung der Tour. Hushovd verteidigte das Trikot bis zur 9. Etappe. Auch sogar an der Mur-de-Bretagne, wo Evans seinen einzigen Etappenerfolg 2011 feierte. Um Reifenbreite ersprintete sich der Australier den Sieg auf der vierten Etappe vor Alberto Contador (ESP). Die neunte Etappe war gezeichnet durch viele Stürze und einer der verrücktesten Szenen. Ein TV-Auto kollidierte mit der Spitzengruppe. Juan-Antonio Flecha (ESP) und Johnny Hoogerland (NED) stürzten schwer, beide konnten aber die Etappe und die Tour beenden.

Mehr Glück hatte Thomas Voeckler (FRA), der den Gestürzten ausweichen konnte und im Zielort Saint-Flour sich das Gelbe Trikot überstreifte.  Der Franzose verteidigte das Trikot bis nach Alpe d’Huez in kämpferischer Manier. Neun Etappen lang trotzte der Franzose allen Favoriten und quälte sich am Hinterrad der Besten über die Pyrenäen und Alpen. Die Königsetappe der Alpen, der 18. Abschnitt, war die Bühne von Andy Schleck. Der Luxemburger attackierte  bereits am vorletzten Berg und rettete eine Vorsprung von  ins Ziel. Auf dieser Etappe fiel auch Alberto Contador (ESP) aus dem Kreis der Siegaspiranten. Der Vorjahressieger erwischte einen schlechten Tag und verlor einige Minuten auf die Tagesbesten. Am nächsten Tag aber attackierte er bereits früh und sorgte für eine der spannendsten Etappen der letzten Jahre. Es sah bereits so aus, als würde Contador Andy Schleck zum Gesamtsieg ziehen, doch die beiden wurden vorm Schlussanstieg nach Alpe d’Huez gestellt. 21 Kehren später gewann ein junger Franzose, Pierre Rolland, den Tagesabschnitt. Hinter ihm konnte aber Andy Schleck den Australier Evans nicht mehr abschütteln und ging mit einem geringen Vorsprung von einer Minute ins abschließende Zeitfahren. Dort zeigte Evans seine Klasse und distanzierte beide Schleck-Brüder.





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